Warum eigentlich auf einmal ein Campingbus? Michaela und ich waren beide noch nie Freunde von Pauschaltourismus und wenn ich zurückdenke, haben wir solange wie wir zusammen sind, noch nie einen Pauschalurlaub unternommen. Die kleine Datsche meiner Eltern in Spanien war für uns immer eine gern genommene Gelegenheit dem Alltag zu entfliehen, dort auszuspannen und die dortige Umgebung zu erkunden. Irgendwann hat man allerdings alles im Umkreis von 200 km gesehen, wenn nicht mehrfach gesehen. Ansonsten funktionierten unsere Urlaube in der Regel nach dem Prinzip „Auto + Bed and Breakfast“. In größeren Städten auch Hotel. Ein solcher Urlaub bedeutet allerdings wenig Flexibilität, denn man muss im Vorfeld schon recht genau planen.

  1. wo übernachte ich heute
  2. was liegt auf dem Weg und was möchte ich mir davon anschauen.

Das hat dennoch eigentlich recht gut funktioniert. Doch inzwischen haben wir zwei kleine Kinder von 5,5 und 1,5 Lebensjahren und denen ist entsprechendes nicht zuzumuten. Den Betreibern von B&B wahrscheinlich ebenso wenig. Also bleiben nicht viele Alternativen:

  1. Pauschalreise (bevorzugt kinderfreundlich)
  2. Datsche in Spanien
  3. Ferienwohnung irgendwo
  4. Gardenien (wobei ein eigener Garten in nahezu Innenstadtlage schon prägnant luxuriös ist)

Hinzu kommt mit kleinen Kindern, dass man urlaubstechnisch nahezu zwingend in den Ferien- und Schließzeiten von Schulen und Kindergärten fahren muss. Warum? Weil ansonsten das Urlaubstagekontingent schneller zusammenschmilzt, als man Urlaubstag sagen kann. Also muss man zwingend in dem Zeitfenster fahren, wenn alle anderen ebenfalls unterwegs sind und ihre zwei Quadratmeter Strand beanspruchen wollen. Daran stören uns zwei Dinge massiv:

  • Michaela und ich sind keine Freunde großer Menschenmassen, auch wenn wir in der Großstadt leben. Wir meiden Großveranstaltungen (abgesehen von Karneval, das ist irgendwie was anderes)! Ebenso sind uns volle Strände oder Sehenswürdigkeiten suspekt. Das hat für uns nicht viel mit Urlaub zu tun. Man wird irgendwie durch geschoben und hat durchweg eine anstrengende Geräuschkulisse an den Ohren. Zudem müssen wir zusätzlich die ganze Zeit zwei kleine Kinder im Auge behalten.
  • In der Hauptsaison ist es schlichtweg arschteuer (entschuldigt die Formulierung). Wir hätten in 2016 mit Sperrgepäck (Kindersitze, Kinderwagen, …) knapp 1600 Euro für drei Flüge nach Spanien bezahlen sollen. Schier unglaublich, wenn man die Preise in der Vorsaison betrachtet und man bedenkt, dass unsere Tochter noch kostenlos auf dem Schoss der Eltern mitfliegt.

Wer jetzt meint, mit kleinen Kindern könnt Ihr doch jederzeit vereisen, dem sei versichert, dass sich das nur in der Theorie so darstellt. Unsere Kinder sind zwar noch im Kindergarten, allerdings haben bereits diese beiden Kindergärten mal eben 3 Wochen am Stück in den Schulferien geschlossen. Ab dem nächsten Jahr ist der Große dann in der Schule und die Problematik verschärft sich noch weiter. Leider haben wir in näherer Umgebung auch keinen familiären Background, der mal spontan einspringen und ein Mindestmaß an Betreuung sicherstellen könnte. Wir müssen uns durchweg selber organisieren, Babysitter beauftragen oder auf liebe Freunde hoffen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, wir müssen in den Urlaub fahren, wenn eben alle fahren.

Kommen wir also zurück auf die Eingangsfrage. Warum also ein Kastenwagen / Campingbus? Für eine Generation, die gerne per Rucksack unterwegs war, mit dem Bulli zum Surfen und Segeln gefahren ist, ist ein Reisemobil in der Lebensphase Familie schlichtweg eine logische Weiterentwicklung. Es stellt sich dann nur noch die Frage, welches, wie groß, wie luxoriös…

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