Der Plan im Kopf steht. Heißt, wir haben uns auf ein Ziel geeinigt. In drei Wochen geht es los…! Nun wird es so langsam Zeit für eine Grobplanung auf dem Papier. Mehr machen wir eigentlich nie, doch gerade mit Kindern kommt man um ein gewisses Maß an Vorplanung nicht herum. Sich einfach treiben lassen, funktioniert mit Kindern nur bedingt. Kinder wollen Action, einen Tag vor dem Wagen, unter der Markise, mit Blick auf einen Berg, ohne irgendwas zu tun, ne das ist nichts für die Kleinen. Dafür wartet hinter dem nächsten Busch einfach viel zu viel Abenteuer. Wirkliche Entspannung ist mit Kindern nur bedingt möglich. Aber bei uns haben sowieso alle Hummeln im Hintern.

Grobplanung:

Grobplanung heißt bei uns: Grob eine Route abzustecken, die in dem geplantem Reisezeitraum möglich ist. Reiseführer und Internet zu wälzen und zu schauen, was man sich anschauen möchte. Bei einer Reise mit Kastenwagen oder Wohnmobil gibt es in den Foren teilweise sehr gute Tipps. Ansonsten bleiben aber auch ganz klassisch die allen bekannten Reiseführer. Wenn ihr euch einen zulegen wollt, kauft keine örtlichen Führer, sondern immer ganze Regionen oder Länder (bspw. Südfrankreich, Norwegen, …). Für die Reise mit Kastenwagen oder Wohnwagen gibt es zudem thematische Reiseführer, zu einzelnen Ländern oder Regionen. Hier, hier und hier eine Übersicht unterschiedlicher Verlage.

Alles wird bei uns auf ein weißes Blatt Papier geschrieben. Wir nutzen dann auch TripAdvisor um für uns zu entscheiden, ob sich eine Attraktion wirklich lohnt. Danach entscheiden wir, was mit Kindern machbar ist und setzen den Rotstift an. Streichen alles wieder raus, was wahrscheinlich nicht funktioniert. Sich in das Schema zu quetschen: Das total gehypte Museum XYZ liegt jetzt gerade auf dem Weg, also gehen wir da auch hin, liegt uns total fern. So ein Schema kann den schönsten Urlaub zerstören und den Familienfrieden nachhaltig schädigen. Unterwegs sind ein starrer Plan und das Abarbeiten von Sehenswürdigkeiten bei einem Roadtrip schlichtweg ein unwillkommener Stressfaktor. Unser Tipp für euch: Lasst es sein, ihr stresst nur euch und eure Familien. Macht weniger, dafür intensiver!

So haben wir bspw. auf der letzten Reise das Guggenheim Museum ausgelassen. Dafür sind unsere Kinder schlichtweg zu klein und hätten nach 15 Minuten keinerlei Verständnis mehr für die Kunst und Kultur gehabt. Dabei sind Michaela und ich große Fans von MOMA, Guggenheim und ähnlichen Museen. Das Gequengel wäre allerdings für uns und alle anderen Besucher des Museum schlichtweg unentspannt geworden. Holen wir ein anderes Mal nach, wenn unsere Rücksitzbankrabauken was älter und verständnisvoller sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir Museen grundsätzliche ausschließen, doch es muss halt passen. So war das Airbus Museum auf der selben Tour auch für Kinder total spannend und begeisternd. Oder die Tropfsteinhöhle: beeindruckend und einschüchternd.

Bevor es unter geht, wir fragen selbstverständlich auch unsere Kinder (also aktuell den Großen, unsere Kleine noch nicht), ob Wünsche vorhanden sind. Unser Großer hatte sich beim letzten Urlaub so zum Beispiel die vorstehend genannte Tropfsteinhöhe gewünscht. Häufig genannt wird bei uns auch: Schwimmen. Sind die Wünsche umsetzbar, so versuchen wir diese auf der Tour auch zu berücksichtigen.

grobes Feintuning:

Haben wir also grob unsere Wünsche definiert, so versuchen wir die Reise so zu gestalten, dass wir immer nur kurze Strecken hüpfen, am bestem einmal früh am Morgen und gegen Mittag, dann machen unsere Kinder immer noch gerne mal ein kleines Nickerchen. Außerdem sind wir als Frühaufsteher immer dann schon am Tagesziel und am Ausspannen, wenn alle anderen noch unterwegs sind. Wichtig ist uns, das wir jeden Tag etwas machen, das den Kindern unglaublich viel Spaß macht. Denn es ist schon so, haben die Kinder Spaß, sind die Eltern durchaus entspannter und haben meistens eben auch Spaß.

Etwas mit den Kindern machen, kann viel bedeuten: In einem Gebirgsbach baden, Kanu fahren, durch Schluchten wandern, Muscheln sammeln, Tiere gucken, Burgruine besichtigen, …! Wichtig ist es auch immer, soweit möglich, eine kleine Geschichte drum herum zu bauen. Dann wird es für die Kinder spannender, als wenn man nur Fakten präsentiert. Aber das sind Dinge, die Planen wir nicht vorab, sondern nutzen unsere Kreativität unterwegs und vor Ort.

Um die Tagesstrecken zu planen nutzen wir Google Maps. Hier kannst du über den Routenplaner deine Teilstrecken sehr gut visuell darstellen und bekommst die Entfernungen angezeigt. Hier ein Beispiel dazu:

.

Übernachten:

In dem Punkt sind wir total flexibel. Wir nutzen alle vorhandenen Möglichkeiten (Campingplatz, Stellplatz, Parkplatz, Natur, France Passion, Espana Discovery, Landvergnügen, Winzeratlas, …). Allerdings versuchen wir etwa alle drei Tage auf einem Campingplatz zu stehen und dort ganz entspannt die sanitären Einrichtungen zu nutzen.

Das ist unterwegs im Kastenwagen mitunter schon umständlich. Leider sind die meisten Nasszellen gerade für große Personen (wie mich) nicht unbedingt alltagstauglich. Es gibt aktuell nur wenige Hersteller, die wirklich eine richtig gut gelungene Nasszelle ohne Duschvorhang und zusätzlich genügend Raum zum Duschen anbieten. Aber das nur am Rande.

Wie finden wir die richtigen Örtlichkeiten für die Übernachtung? Hier ist uns das Internet (bspw. hier, hier und hier) extrem hilfreich, außerdem die oben schon erwähnten Übernachtungsführer. Wenn unser Feintuning steht, suchen wir uns über diesen Weg geeignete Örtlichkeiten heraus und schauen uns vorab auch die Bewertungen anderer Reisender an. Das heißt allerdings nicht, dass wir später auch wirklich dort übernachten. So manches Mal werfen wir unterwegs die Planung über den Haufen. Daher haben wir auch Stellplatzführer auf dem Smartphone. Ich nutze bspw. sehr gerne die App Campercontact (iPhone / Android). Diese kann gegen ein paar Euro auch Offline betrieben werden, was ich persönlich im Ausland extrem praktisch finde. Eine Alternative ist die App vom ADAC (iPhone / Android).

An diesem Punkt haben wir meist ein paar Din4 Zettel voll. Tag 1 – X: Wohin fahren wir, was schauen wir uns an, wo stoppen wir eventuell, wo übernachten wir. Nichts davon ist in Stein gemeißelt, denn gerade das ist ja der Vorteil eines Roadtrips mit Kastenwagen. Hier ein Auszug aus der letzten Planung:

beispiel-tagesplanung-grob

Administratives:

Haben wir das Gerüst für unseren Roadtrip mehr oder minder zusammen, so beschäftige ich mich am Rande (Michaela bekommt ein Briefing) auch noch mit administrativen Dingen. Hierzu zählen Maut, Fähren, landestypische Gesetze und ähnliches. Jedes Land hat da so seine Eigenheiten:

So dürfen in einigen Ländern Kinder bis zu einem bestimmten Alter bspw. nicht vorne sitzen. In einigen Ländern (bspw. Österreich, Frankreich, Spanien, …) fällt Maut an: Es ist also zu klären ob diese per Vignette beglichen wird oder vor Ort. Gibt es die Möglichkeit von Télépéage, Telepass, VIA-T, … (automatische Mautbox)? Dann muss diese im Vorfeld  – sofern man das will – bestellt werden. Mit Kindern im Übrigen absolut empfehlenswert! Braucht ihr Fährverbindungen? Dann bucht diese rechtzeitig. Darf man in dem anvisierten Land frei stehen und wild campen (Link) oder zieht das Strafen nach sich? Gibt es im anvisierten Zeitraum saisonale Events und Veranstaltungen? Wenn ja, wann und will ich uns das zumuten? Nur einige Punkte, mit denen Ihr euch auseinander setzen solltet.

Koffer und Kastenwagen packen:

Stehen eure Pläne fest, so geht es kurz vor der Reise ans packen. Macht euch eine Checkliste, was ihr im Vorfeld noch zu erledigen habt. Beispielsweise, was ihr noch einzukaufen habt. Wir nutzen dafür Wunderliste. Erstellt euch eine Packliste (oder nutzt unsere Packliste), damit ihr nichts vergesst. Nichts ist blöder, als Zeit im Urlaub zu vertrödeln, um die eigene Vergesslichkeit auszubügeln.

Mietet ihr ein Fahrzeug, so bedenkt, dass euch der Kastenwagen / das Wohnmobil in Europa in der Regel nackt zur Verfügung gestellt wird. Heißt, ohne Equipment (keine Teller, Tassen, Bettzeug, Schlauch, Campingmöbel…)! Schaut, was euch fehlt, wo im Bekanntenkreis ihr was leihen könnt. Wenn nicht, kauft es nicht auf dem letzten Drücker. Insbesondere nicht, wenn ihr online (bspw. Amazon Camping & Outdoor) bestellt.

Fazit:

Was ich jetzt geschrieben habe, klingt total zeitaufwändig. Ist es aber eigentlich gar nicht, denn insgesamt ist das tatsächlich nur ein grobes Gerüst und / oder dient eurer Sicherheit. Alles bis ins kleinste durchzuplanen macht sowieso keinen Sinn. Durch mögliche Staus, volle Campingplätze, geschlossene Stellplätze, Wetterkapriolen und ähnliches überlebt selbst der beste Plan nicht lange. Die berühmte Sache mit der Feindberührung. ;) Also nochmals als Tipp: Stresst euch nicht im Vorfeld und auch unterwegs nicht zu sehr. Seit entspannt und lasst alles auf euch zukommen. Nicht mit der Peitsche antreiben. Seid spontan genug eure Pläne zu ändern. Wenn Ihr merkt, dass euer Tagesplan zu voll ist, lasst was weg. In diesem Sinne: Euch einen schönen nächsten Roadtrip und viel Spaß bei der Planung.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here