Hymercar hat dieses Jahr auf dem Caravan Salon den neuen Yosemite vorgestellt. Voraussichtlich ist das Fahrzeug ab September 2016 bei den Händlern erhältlich. Im Gegensatz zum Ayes Rock und Grand Canyon verfügt das Fahrzeug trotz der kompakten Fahrzeugabmessung von 599cm über zwei vollwertige Längseinzelbetten. Dieses Innenraumkonzept bietet unter dem Bett einen deutlich großzügigeren Stauraum als bei den Modellen mit Heckquerbett. Durch das Hochklappen der Bettseiten entsteht ein Zwischenraum in dem sich zudem sehr sperriges Gepäck (bspw. Fahrräder) problemlos unterbringen lässt.

Schlafen: 

Die Längseinzelbetten verfügen über ein Maß von 197 x 119 und 182 x 77cm und bilden so eine Art Doppelbett. Die beiden Schläfer sollten allerdings nicht unbedingt beide an der zwei Meter Grenze kratzen. Das Bett ist eher für eine größere und eine kleinere Person ausgelegt. Der Unterschied zum 636cm langen Yellowstone mit Längseinzelbetten beträgt überschaubare 8cm (205cm) bzw. 5cm (187cm) was den kompakteren Fahrzeugabmaßen geschuldet ist. Um das Fahrzeug familientauglich zu gestalten, muss der Kunde das optionale Aufstelldach zusätzlich ordern. Dann erhält man zwei weitere Schlafplätze auf einer Fläche von 200 x 135cm.

Küche und Wohnraum:

Der Küchenblock im Yosemite entspricht in etwa dem im Ayers Rock. Der Kühlschrank mit 65 Litern öffnet sich wie beim Ayers Rock nach vorne, in Richtung des Fahrerhauses. Mit knapp 180° Öffnungswinkel auch von außerhalb des Fahrzeuges gut nutzbar. Es gibt einen Herd mit zwei Gaskochern mit gut zugänglichen Gasabsperrhähnen.

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Wer gerne und viel kocht, wird wahrscheinlich mit der recht übersichtlichen Arbeitsfläche nicht glücklich. Hier bleiben zum Vorbereiten eigentlich nur die Glasabdeckung und eine kurze Küchenarbeitsplattenverlängerung.

Durch die Längsbetten ist der Küchenblock zudem etwas weiter in den Türeinstiegsbereich gerückt. In der Praxis und im Alltag dürfte das allerdings nicht weiter stören. Mir persönlich ist dies auch erst später bei Sichtung der Fotos aufgefallen.

Stauraum ist insgesamt auch für längere Urlaubsfahrten genügend vorhanden. Auch mit vier Personen. So gibt es im Heck umlaufend Hängeschränke. Zudem Schubladen unter den Längsbetten. Ebenfalls Hängeschränke gibt es über der Sitzgruppe. Zudem ein recht großzügiges Fach über dem Fahrerhaus. Letzteres wird bei Aufstelldach aber sicherlich für Leiter und optionalen Warmluftschlauch benötigt werden und somit als Stauraum wegfallen.

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Im Aufstelldach ist zudem keinerlei Stauraum oder Ablagefläche vorhanden. Dieses eignet sich wirklich ausschließlich als Schlaf oder Rückzugsort. Ob umfangreiches Bettzeug bei zugeklapptem Dach dort verbleiben kann, ist zudem fraglich. Viel Platz bleibt nicht zwischen Dach und Matratze.

Sitzgruppe:

Auf der hinteren Sitzgruppe sitzt es sich angenehm und diese macht insgesamt einen gut gepolsterten Eindruck. Die Polsterung weist zudem einen gewissen Seitenhalt auf. Wie es sich auf langer Fahrt verhält, lies sich auf der Messe nicht simulieren. Als sehr praktisch empfinde ich persönlich den Klapptisch, den Hymer in allen Kastenwagenmodellen verbaut. Dieser nimmt deutlich weniger Platz weg, wie die massiven und schwer verstaubaren Tische vieler anderer Hersteller.

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Hymer bietet allerdings nach wie vor kein Isofix in den Hymercar Modellen an. Das ist leider nicht mehr zeitgemäß. Gerade Modelle mit optionalem Aufstelldach werden von jungen Familien sehr geschätzt und häufig reisen Familien mit Kindersitzen. Isofix bringt hier ein deutliches Plus an Sicherheit. Für mich als Vater von zwei kleinen Kindern ist dies durchaus ein mitentscheidendes Kaufkriterium. Es soll sich laut Hymer aber in der Entwicklung / Erprobung befinden. Hier hängt Hymer gegenüber anderen großen Herstellern dennoch deutlich hinterher.

Nasszelle:

Gut gelöst ist wie in allen Hymercar die Nasszelle. Der Einstieg erfolgt durch eine praktische Schiebetüre, gerade bei mehreren Personen im Fahrzeug ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Das Klappwachbecken besteht aus modernem Mineralwerkstoff und ist recht praktikabel. Allerdings kommt es durchaus schon mal vor, dass die Betätigung hakt. Es könnte sich aber auch um einen Bedienfehler meinerseits handeln. Es sollte aber eigentlich gar nicht erst die Möglichkeit einer Fehlbedienung bestehen, insbesondere wenn man kleiner Kinder mit an Bord hat.

Die Duschtasse wird durch ein Einlegebrett vor kleinen Steinchen und ähnlichem geschützt, die sich immer wieder unweigerlich einen Weg ins Fahrzeug suchen. So ein Bodenschutz ist bei weiten nicht Klassenspezifisch, sollte aber eigentlich in jedem Kastenwagen mit Nasszelle vorhanden sein. Kein großer Fan bin ich persönlich von den gerne in den Kastenwagen verwendeten Duschvorhängen. In vielen Fahrzeugen ist das aber schlichtweg der Größe der Festbäder geschuldet.

Aufgrund der Größe der Nasszelle wird es für Personen um die 200cm durchaus ein wenig eng im auf der Toilette. Hier sollte jeder vor dem Kauf einmal ausprobieren, ob man mit dem Platz auskommt. Ein nettes und nicht gängiges Gimmick ist zudem der Toilettenpapierhalter.

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Technik:

Der Yosemite verfügt über 2 x 11 kg Gasflaschen und serienmäßig über die weit verbreitete Truma Combi 4 Heizung. Wie bei allen Hymercar ist diese platzsparend unter der Sitzbank untergebracht. Ich persönlich bevorzuge diese Einbaulage, viele andere Hersteller verbauen die Heizung im Heck. Ebenfalls unter der Sitzbank und gut zugänglich sind die Sicherungen angebracht. Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist, sollte allerdings darüber nachdenken, an dieser Klappe ein Schloss oder eine Kindersicherung nachzurüsten. Ab Werk sind vier 230V Steckdosen und zwei 12V Steckdosen vorhanden. Letzteres erscheint mir persönlich zu wenig.

Wertigkeit:

Wie alle Hymercar Kastenwagen macht der komplette Ausbau einen recht wertigen Eindruck. Die Haptik der Materialien ist angenehm, die Gestaltung insgesamt stimmig und durchdacht. Mein Eindruck auf der Messe war zudem richtig, das Möbeldekor hat sich geändert und hat nun eine hellere Struktur und einer deutlicheren Maserung. Meine Recherche ergab, dass dieses Dekor ab Modelljahr 2017 auch in allen anderen Hymercar Modellen verbaut wird.

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Familientauglichkeit:

Hymercar bietet mit dem Yosemite ein sehr kompaktes und durchdachtes Fahrzeug an. Größere Personen werden aufgrund von 190cm Stehhöhe und dem fehlenden Platz auf der Toilette eventuell zu einem anderen Modell greifen. Aufgrund des fehlenden Isofix aktuell eher ein Fahrzeug für Familien mit etwas älteren Kindern. Wer noch einige Jahre auf Kindersitze angewiesen ist, sollte hier einmal bei anderen Herstellern schauen.

Ebenfalls nicht verfügbar ist bei Hymer eine ausziehbare und verstellbare Einzelsitzlösung für die Rücksitzbank, wie diese bspw. Aguti für viele Hersteller fertigt. Auch Hymer verbaut Aguti Komponenten, warum man diese Option nicht anbietet, weiß wohl nur das Marketing. Mit dieser Option würde man eine Sitzlösung erhalten, die einem PKW nahe kommt. Auf langen Strecken und mit vier Personen in Sachen Familienfreundlichkeit und Familienfrieden eine durchaus sinnvolle Investition / Sonderausstattung.

Nachstehend eine Galerie mit mehr Fotomaterial und ein kurzes Video vom Caravan Salon 2016.

Kaufpreis:

Der Basispreis liegt laut Prospekt in weißer Außenlackierung bei 46.990 Euro zzgl. 3490Euro für das Aufstelldach. Kosten für Sonderausstattung kommen je nach Gefallen hinzu.

Hymercar Yosemite:

 

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